Schadensersatz für Kunden der Saarland Versicherungen nach Hackerangriff

Datenschutzrecht

Die Einschläge kommen immer näher. Mehr und mehr sind saarländische Unternehmen von Hackerangriffen betroffen, die zu Schadensersatzansprüchen Ihrer Kunden führen.

Bei den SAARLAND Versicherungen kam es im Juli 2023 zu einem Hackerangriff. Bei der AOK Saarland gab es im Juni 2023 einen Zwischenfall. Derzeit wird noch geprüft, ob ein Zugriff auf Sozialdaten von Versicherten erfolgte. Bei der IKK Südwest kam es im Mai 2023 bei einem IT-Dienstleister zu einem Hackerangriff. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Sie fragen sich, was das mit ihnen zu tun hat? Ihre personenbezogenen Daten sind in die Hände von Kriminellen gelangt. Zumindest steht dies bei 17.700 Kunden der SAARLAND Versicherungen fest. Entwendet wurden nach Veröffentlichungen der Universität des Saarlandes Name, Geburtsdatum, Geburtsort, Geschlecht sowie die Anschrift. Betroffen sind nach Angaben der SAARLAND Versicherungen Kunden, die einen Riester Vertrag abgeschlossen haben.

Jetzt fragen sie sich, ob das Abhandenkommen ihrer personenbezogenen Daten schlimm ist. Die Antwort lautet eindeutig ja. Denn die Kriminellen werden mit ihren Daten einen Identitätsmissbrauch betreiben. Die missbräuchliche Nutzung ihrer Daten kann beispielsweise zu einer Verschuldung führen. Beliebt ist, sich mit ihren Daten in Videoportalen oder Dating-Portalen anzumelden. Sollten sie von dem Datenschutzdiebstahl bei den SAARLAND Versicherungen betroffen seien, empfiehlt es sich in jedem Fall, Strafanzeige gegen unbekannt bei ihrer örtlich zuständigen Polizeidienststelle zu erstatten.

Soweit ersichtlich und bisher von den SAARLAND Versicherungen nicht veröffentlicht sind noch weitere, sehr persönliche Daten gestohlen worden. So sind bei Kunden auch die Steueridentifikationsnummer, die Sozialversicherungsnummer und die Werte aus der jährlichen Kundeninformation Kriminellen in die Hände gefallen. Ob darüber hinaus noch weitere Daten gestohlen wurden, über die noch nicht berichtet wurde, steht derzeit noch nicht fest.

In jedem Fall sollten sie ihren Auskunftsanspruch gegenüber den betroffenen Unternehmen geltend machen, ob und welche konkreten Daten in ihrem Fall abhandengekommen sind.

Weil die SAARLAND Versicherungen ihre Daten nicht ausreichend geschützt haben, haben sie einen gerichtlich durchsetzbaren Anspruch gegenüber den SAARLAND Versicherungen, dass diese verpflichtet sind, ihnen sämtliche aus der Entwendung der personenbezogenen Daten entstehenden materiellen und immateriellen Schäden für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu ersetzen.

Darüber hinaus gewährt ihnen der Gesetzgeber einen Anspruch auf Schmerzensgeld. Die Höhe dieses Anspruchs ist abhängig davon, welche Daten im Einzelnen gestohlen wurden. Dazu dient der oben angegebene Auskunftsanspruch.

Das Landgericht München hat in seinem Urteil vom 09.12.2012, Az 31 O 16606/20 ein Schmerzensgeld von 2.500,00 € zugesprochen. Dort wurden Vorname, Nachname, Anrede, Anschrift, Geburtsdatum, Geburtsort, Geburtsland, Staatsangehörigkeit, Steuer-ID Nummer, E-Mail-Adresse, Handynummer, Familienstand, Steuersitz, IBAN, Ausweiskopie und ein Porträtfoto gestohlen. Die Kosten ihrer anwaltlichen Vertretung sind bei Eintritt eines Schadens dabei grundsätzlich von den SAARLAND Versicherungen zu tragen und sind zusätzlich von einer Rechtsschutzversicherung abgedeckt.

Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie hier.

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Wichtige, neue Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts zum Verfall von Urlaubsansprüchen!

In einer wegweisenden Entscheidung hat das Bundesarbeitsgericht am 22.09.2022, Aktenzeichen C – 120/21, festgestellt, dass Urlaubsansprüche nur dann verfallen oder verjähren, wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmer auf den Verfall des Urlaubs hingewiesen hat.

Nun hat das Bundesarbeitsgericht in seiner Entscheidung vom 31.01.2023, Az. 9 AZR 107/20, die Rechtslage zur Verjährung und zum Verfall von Urlaubsansprüchen in Deutschland weiter geklärt.

Nach § 7 Abs. 3 S. 1 BUrlG erlischt der Anspruch auf den Jahresurlaub grundsätzlich mit Ende des laufenden Kalenderjahres.

Datenschutzrecht
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